Fakten-Check: Was wurde zur Situation an den Kaulsdorfer Seen wirklich mitgeteilt?

PixabayBild: Gerhard Roland Hesse / Pixabay
PixabayBild: Gerhard Roland Hesse / Pixabay

In den vergangenen Tagen gab es in den Medien und sozialen Netzwerken einige zugespitzte Schlagzeilen rund um eine Mitteilung der Abgeordneten Katharina Günther-Wünsch (gemeinsam mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Mario Czaja) zur Situation an den Kaulsdorfer Seen. Dabei wurde in der Berichterstattung teils ein Zerrbild gezeichnet, das an den tatsächlichen Inhalten der Mitteilung vorbeigeht.

Machen wir den konkreten Fakten-Check und schauen uns an, was dort wirklich steht und worum es im Kern geht:

1. Kein Angriff auf Personengruppen, sondern Fokus auf die Aufenthaltsqualität

In den medialen Debatten wurde fälschlicherweise das Bild vermittelt, es gäbe eine einseitige Stigmatisierung. Davon kann bei sachlicher Betrachtung keine Rede sein. Es wird in der Mitteilung nicht von einer „belastenden Situation durch schwule Cruiser“ gesprochen.

Worum es tatsächlich geht: Anlass für das politische Handeln sind wiederkehrende Beschwerden von Anwohnern und Familien vor Ort. Kritisiert wird dabei, dass sexuelle Handlungen im öffentlichen Raum teilweise ungeniert und in Bereichen stattfinden, die für Familien, Kinder und Spaziergänger direkt einsehbar sind. Das Ziel ist es schlicht, die Aufenthaltsqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern, damit sich Familien und Anwohner vor Ort wieder uneingeschränkt wohlfühlen können.

2. Anerkennung des traditionellen FKK-Bereichs

Ein wichtiger Fakt, der in vielen Berichten zu kurz kam: Das traditionelle FKK-Areal an den Kaulsdorfer Seen, das seit Jahrzehnten besteht und von den Behörden geduldet wird, steht überhaupt nicht zur Debatte. Die Initiative richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Nacktbaden oder die dort etablierte Badestruktur, sondern ausschließlich gegen offene sexuelle Handlungen im öffentlichen, frei einsehbaren Raum.

3. Konstruktive Lösungen statt reiner Repression

Anstatt bloß Probleme anzuprangern, lenkt die Mitteilung die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf bestehende Nutzungskonflikte und zeigt konkrete, lösungsorientierte Wege auf, wie ein respektvolles Miteinander organisiert werden kann. 

Zu den Kernforderungen gehören:

    Einsatz von geschulten Parkläufern, die vor Ort als Ansprechpartner fungieren, präventiv vermitteln und das Konfliktmanagement aktiv unterstützen.

    Unterstützende und verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt und die Polizei, um die Einhaltung der Regeln des öffentlichen Raums zu gewährleisten.

Der Vorstoß ist kein ideologischer Vorwurf, sondern gelebte, lösungsorientierte Politik. Es geht darum, berechtigte Anwohnerbeschwerden ernst zu nehmen, Nutzungskonflikte durch geschulte Parkläufer zu entschärfen und dafür zu sorgen, dass die Kaulsdorfer Seen ein sicherer und angenehmer Erholungsort für alle Menschen bleiben – für Familien, Spaziergänger und Badegäste gleichermaßen.